Mit dem regelmäßig stattfindenden Lehrgang „Verwaltungsstab – Basis“ stärkt das Landesamt für Brand- und Katstrophenschutz (LfBK) die Entscheidungsträger der Landkreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz für den Ernstfall. Der folgende Erfahrungsbericht des Landrates des Kreises Mayen-Koblenz, Marko Boos, spiegelt die positive Erfahrung mit diesem Lehrgang wider:
KREIS MYK. Die Arbeitsweise und Zuständigkeiten der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz standen im Mittelpunkt eines Lehrgangs, der jüngst in Koblenz stattgefunden hat. Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmern die grundlegenden Strukturen der Verwaltungsstabsarbeit im Brand- und Katastrophenschutz näherzubringen sowie die Zusammenarbeit innerhalb außergewöhnlicher Einsatzlagen zu vertiefen. Der Verwaltungsstab ist ein zusammengestelltes Gremium von Fachleuten aus verschiedenen Abteilungen einer Behörde. Er wird bei besonderen Gefahrenlagen, Katastrophen oder Großschadensereignissen einberufen, um die administrative und organisatorische Bekämpfung der Schadenslage zu koordinieren.
Im Rahmen des Lehrgangs lernten die Teilnehmenden, die grundsätzlichen Strukturen und Abläufe kennen, die bei jeder Katastrophen- oder größeren Einsatzlage gelten. So gibt es immer einen politisch Gesamtverantwortlichen, der die federführende Leitung innehat. Bei kleineren Schadensereignissen obliegt diese Aufgabe in der Regel dem Bürgermeister. Bei Großschadenslagen übernimmt diese Funktion der Landrat, sofern es sich nicht um eine kreisfreie Stadt handelt. In außergewöhnlichen landesweiten Krisensituationen kann die Gesamtverantwortung auch auf Landesebene liegen.
Dem Gesamtverantwortlichen stehen dabei zwei wesentliche Säulen als Unterstützung zur Seite: die operativ-taktische sowie die verwaltungsorganisatorische Ebene. Die operativ-taktische Säule umfasst sämtliche Einsatzkräfte und Organisationen des Brand- und Katastrophenschutzes, die unmittelbar im Einsatz tätig sind. Im Landkreis Mayen-Koblenz wird diese durch die Technische Einsatzleitung geführt und koordiniert. Die Einsatzleitung obliegt hier dem Brand- und Katastrophenschutzinspekteur.
Die zweite Säule ist der Verwaltungsstab. Die vorab benannten und speziell geschulten Mitarbeitenden der Verwaltung, in der Regel Führungskräfte verschiedener Fachbereiche, treten zusammen, wenn der Landrat dies für erforderlich hält, und bearbeitet Schadenslagen aus Verwaltungssicht. Ziel ist es, die Fachkompetenzen sowie die bestehenden Netzwerke innerhalb der Verwaltung gezielt zu aktivieren und effektiv einzusetzen. Der Verwaltungsstab kann unter anderem finanzielle Rahmenbedingungen anpassen, organisatorische Voraussetzungen für die Einsatzbewältigung schaffen, öffentliche Einrichtungen wie Schulen als Notunterkünfte bereitstellen, politische Schwerpunktsetzungen innerhalb der Schadenslage definieren oder notwendige Anordnungen treffen.
Landrat Marko Boos zeigte sich am Ende des Lehrgangs zufrieden. „Die Schulung war interessant, gut organisiert und sinnvoll aufgebaut. Sie hat den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wichtige Einblicke vermittelt und neue Erkenntnisse ermöglicht, die im Ernstfall von großer Bedeutung sein können“, betonte Landrat Marko Boos. „Der Lehrgang verdeutlichte eindrucksvoll die Bedeutung einer funktionierenden Verwaltungsstruktur im Katastrophenfall. Neben der operativen Gefahrenabwehr bildet der Verwaltungsstab eine unverzichtbare Grundlage, um komplexe Schadenslagen koordiniert, effizient und verantwortungsvoll zu bewältigen“, führte Marko Boos weiter aus.
